Unabhängige Freie Wähler Kernen i.R.
Die Teilnehmer der Gesprächsrunde (von links nach rechts):
Martin Weiß (Gemeinedrat), Heide Schörnig-Linder (Leiterin Heilpädagogischer Fachdienst), Caren Brazel (Leiterin Vorschule im Kinderhaus Pezzettino), Karoline Gappa-Winkelmann (Moderation, UFW), Volker Reissig (Projekt Roter Faden), Claudia Mirschel (Leiterin Kindergarten Lummerland)
Die Band Terz IV unterhielt die Gäste beim UFW Neujahrsempfang mit Jazzmusik
Andrang beim Empfang mit Musik und Verköstigung
Die UFW hat mit der etwas provozierenden Überschrift "Kinderhaus oder Herdprämie" zu ihrem Neujahrsempfang eingeladen. Mit Herdprämie, dem Unwort des Jahres 2007, bezeichnet man das Betreuungsgeld, das zukünftig Eltern erhalten sollen, die ihr Kind nicht in öffentliche Betreuungseinrichtungen schicken. Vor einem sehr interessierten Publikum entwickelte sich unter der Leitung von Karoline Gappa-Winkelmann eine sehr lebhafte und spannende Diskussion. Claudia Mirschel (Leiterin Kindergarten Lummerland, Stetten) berichtete, dass in der Kleinkindgruppe 10 Kleinkinder von zwei Erzieherinnen betreut werden. "Ganz wichtig ist eine liebevolle Atmosphäre, damit Vertrauen aufgebaut wird und eine positive Wechselbeziehung von Kindern, Erzieherin und Eltern". Frau Heide Schörnig-Linder, Leiterin Kinderhaus Pezzettino (Rommelshausen) betonte, dass das Kind im ersten Lebensjahr eine emotionale Bindung zu einer Person braucht, um ein gewisses Selbstbewusstsein zu erlangen. Caren Brazel, Heilpädagogin und Leiterin der Vorschule in Rommelshausen, ergänzte "es braucht Vertrauen um Bedürfnisse stillen zu können." Der Mitbegründer des "Roten Fadens", Volker Reissig, beobachtet, dass es manchen Familien an der Zeit und der Fähigkeit mangelt, den Kindern eine gute Erziehung zu bieten. Daher freut er sich, dass die auf Initiative des "Roten Faden" eingeführten Familienbegleiterinnen von den betroffenen Eltern sehr gut aufgenommen werden. UFW-Gemeinderat Martin Weiß verwies auf die positive Entwicklung Kernens bei der Kinderbetreuung. Aktuell werden ca. 85 Kinder unter drei Jahren betreut. Sobald der Rechtsanspruch 2013 in Kraft tritt, müssen voraussichtlich ca. 120 Betreuungsplätze bereitgestellt werden. Nicht immer können die Eltern frei wählen, ob das Kind zu Hause oder in einer öffentlichen Einrichtung betreut wird. Finanzielle Gründe bzw. die Sicherung des Arbeitsplatzes spielen hier eine große Rolle. Das Betreuungsgeld von 100 monatlich sind ein erster Schritt für mehr Wahlfreiheit und eine Wertschätzung der Erziehung in der Familie. Die Entwicklung geht weiter. Alle Verantwortlichen in Kernen, Ins besonders Gemeinderat und Verwaltung, dürfen in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, die Situation für die Familien und Kinder in Kernen weiter zu verbessern. Frau Schörnig-Linder drückte es in ihrem Schlusswort treffend aus: Man sollte von den optimalsten Bedingungen ausgehen und sich fragen, wie man an diese herankommt! (Hans Dietzel, Tel. 42021 )
Veröffentlichung im Mitteilungsblatt der Gemeinde Kernen i.R.
Die Gemeinde Kernen hat die einmalige Chance zusammen mit den Nachbarkommunen Weinstadt, Remshalden, Winterbach und Urbach das örtliche Strom- und Gasnetz zurückzukaufen und ein kommunales Remstalwerk zu gründen. Geplante Geschäftsfelder sind der Betrieb von Strom- und Gasnetzen, eine dezentra!e Energieerzeugung und der Vertrieb von Strom und Gas. Da dies allein nicht zu schaffen ist, muss ein starker Partner mit viel Erfahrung und Kompetenz ausgewählt werden, der sich an diesem Vorhaben beteiligt.
Bereits im November 2009 hat der Gemeinderat der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Vorbereitung der Entscheidung über die Vergabe der Konzession für Strom zugestimmt. In der Zwischenzeit gab es zahlreiche Verhandlungen und umfassende Beratungen verschiedener Gremien. Im Mai dieses Jahres wurden die Bürger bei einer Informationsveranstaltung in Weinstadt über die Beratungsergebnisse informiert. Auch konnten Interessierte Fragen stellen.
Am vergangenen Donnerstag nun stimmte der Kernener Gemeinderat als letzte der beteiligten Kommunen einem Verfahrensbrief zu. In diesem komplizierten Vertragswerk werden unter anderem die Kriterien für die Auswahl eines Partnerunternehmens und die Eckpunkte des Regionalwerkmodells festgelegt. Bei der geplanten dezentralen Erzeugung regenerativer Energien ist eine Beteiligung interessierter Bürger möglich.
Wenn alles gut läuft, können bereits im Dezember 2011/ Januar 2012 die ersten Verhandlungen mit den Bieterfirmen stattfinden, der Start des Remstalwerkes ist für Januar 2013 vorgesehen.
(Hans Dietzel, Martin Weiß)